Was stärkt dich gerade?

Was für eine Frage. Natürlich weiß ich, woher sie kommt. Aus einer Situation heraus, die fordernd ist, anstrengend, aufreibend. Seit zwei Jahren Ausnahmezustand, Aufs und Abs, jeden Tag neue Meldungen, die verarbeitet und eingeplant werden wollen. Stress mit der Schule, Stress mit der Freizeit. Und Einschränkungen bei allem, was ein Gegengewicht sein könnte dazu. Aber jetzt ist sie gestellt, die Frage. Und es arbeitet in mir. Denn klar: Da gibt es Dinge und Menschen, die dazu beitragen, dass ich den Kopf hoch halte.

Die Frage kommt von Sarah Zöllner, denn sie hat anlässlich des Weltfrauentags zu einer Blogparade aufgerufen und mich persönlich angesprochen, ob ich nicht dazu schreiben will. Ich habe so lang nicht geschrieben hier. Und doch: Etwas klopft an und vielleicht muss es raus.

1. Her mit allem, was nicht grau ist!

Wir erleben gerade eine Woche voller Sonnenschein und Wärme – zumindest tagsüber, denn die Nächte sind richtig knackig kalt. Aber wie wundervoll ist es, dass endlich wieder mehr Licht da ist. Schon im Januar war es mir aufgefallen, als ich Junior in die Schule gebracht hatte und es auf dem Rückweg schon hell war:

Immerhin knapp 50 Menschen fanden das genauso bemerkenswert wie ich. Denn diese langen Wintermonate finde ich immer herausfordernd. Auch wenn hier in Bielefeld nie so richtig Winter ist – die Dunkelheit empfinde ich als bedrückend.

Gut, dass es jetzt wieder deutlich heller ist und ich die ersten Spaziergänge im Park machen kann. Und ein Eis in der Eisdiele hatten wir auch schon. Das stärkt mich. Definitiv.

2. Mit der Sonne kommen die Blumen

Schon seit ein paar Wochen breiten sich die Schneeglöckchen aus, Krokusse kamen kurz danach, auch wenn sie sich nicht öffnen wollten. Jetzt sind wir bei Narzissen und frühen Tulpen angekommen. Das ist so wunderbar.

Letztens waren Junior und ich auf dem Weg nach hause, als wir an einem etwas verwilderten Garten vorbeikamen. Alles war voll mit Schneeglöckchen und Krokussen – wie wundervoll das aussah!

Wir blieben natürlich stehen und freuten uns. Das ältere Ehepaar, das wir dort bei der Gartenarbeit „störten“, freute sich mit uns.

Wir haben ja leider keinen eigenen Garten, dürfen aber den von unseren großartigen Nachbarn nutzen. Zum Kicken, zum Trampolinspringen, zum Chillen. Das stärkt mich ebenso.

3. Der Mann, der die richtigen Dinge sagt

Es ist ja kein Geheimnis, das hier alle Nase lang die Schule ausfällt. Wegen Lehrermangel, wegen Krankheit, wegen beweglichen Ferientagen, wegen Lehrerfortbildungen. Seit Wochen hat Junior jetzt keine 5 Tage am Stück Schule.

Und wenn es so kommt wie in der vergangenen Woche, dann ist das mehr als stressig. Vor einer Woche erfuhr ich am Donnerstag per E-Mail, dass freitags die Schule ausfällt. Das ist nicht einfach nur dreist, sondern kaum machbar, wenn man so gar keinen Vorlauf hat, um Termine umzustricken oder abzusagen.

Den Dings brauche ich da gar nicht erst zu fragen, dem ist das ja egal, ob ich das leisten kann oder nicht. Wer aber die richtigen Worte findet, ist der Mann an meiner Seite.

Denn er sagt mir immer und immer wieder: „Wenns mal gar nicht geht, dann nehme ich mir halt frei und mach was mit Junior. Dann kannst du arbeiten.“

Das ist definitiv eine Entlastung und macht mir ein gutes Gefühl. Stärkt.

4. Glückliche Kunden und fantastisches Feedback

Nicht nur auf meinem Hauptblog bekomme ich großartiges Feedback, sondern auch von meinen Kunden, die Textoptimierung oder Coaching buchen. Und natürlich beflügeln mich auch immer die Ergebnisse der Teilnehmer*innen von meiner Aktion 28 Tage Content, die mit mir gemeinsam im Februar neue Wege beim Bloggen gegangen sind.

Das zu lesen und zu hören, bestärkt mich. Ich bin da ganz ehrlich: Wenn ich grad mal wieder in einer kleinen Sinnkrise bin, dann bade ich in diesem Feedback. Ich habe einen Glücksspeicher, in dem ich all diese Kommentare und E-Mails sammle. Die Verbindung zu meinen Kund*innen und die Wertschätzung für meine Arbeit machen mich sehr, sehr glücklich.

5. Freie Wochenenden und das Gefühl, nichts tun zu müssen

Ja, ich weiß – das ist Luxus. Aber ich habe mittlerweile ja wieder alle 14 Tage von Samstagmorgen bis Sonntagabend „frei“. Ich erlaube mir oft, diese Zeit komplett frei zu halten und nur Dinge zu tun, die nicht produktiv sind. Und ich vermeide an diesen Wochenenden auch Social Media und Nachrichten aller Art. Ich blende einfach alles aus.

Spaziergänge, Lieferservice, Sofa, Filme, Kaffee im Bett, Sex. Alles, was gut ist.

Diese Auszeiten stärken mich. Und das Beste daran: Nach einem solchen freien Wochenende freue ich mich immer umso mehr, wenn Junior wieder da ist. Auszeiten von Menschen sind nämlich wichtig.

6. Ich besinne mich auf das, was ich habe und was ich beeinflussen kann

Ich habe ein gutes Leben. Das sagen Junior und ich uns jeden Tag. Und das stimmt. Denn auch wenn so viele Dinge doof sind, wenn die Unplanbarkeit mich müde und mürbe macht – es ist ein großartiges, privilegiertes Leben. Das dürfen wir uns immer wieder vor Augen halten.

Und das andere: Ich kann nicht verändern, was da in der Ukraine passiert. Ich kann nicht ungeschehen machen, was ich vielleicht mal falsch gemacht habe. Und ich kann auch nicht verändern, was morgen sein wird. Nur mein jetzt. Das darf ich nehmen, lieben, verwandeln, genießen.

Ich bin nicht kalt und mir ist nicht egal, was auf der Welt passiert. Aber wenn ich hier auf mein kleines, funktionierendes System schaue, dann ist das der perfekte Ort für mich. Der Ort, wo ich sein will. Ich habe ein gutes Leben. Und ich darf es genießen, so sehr ich kann.

 

Du möchtest auch bei der Blogparade von Sarah dabei sein? Bis zum 31. März 2022 kannst du deinen Text einreichen. Und wenn du stärkende Gedanken brauchst: Schau unbedingt hier vorbei, denn die anderen Teilnehmer*innen haben sicher auch schöne, stärkende Geschichten 🙂

3 Antworten auf „Was stärkt dich gerade?“

  1. Oh, Anna, ich freue mich, dass du bei meiner Blogparade dabei bist. Und was für ein kluger, warmherziger, elegant geschriebener Beitrag zum Thema! Inspiriert mich – und ich hoffe, andere auch!😊 Lg, Sarah

    1. Liebe Sarah,
      na wenn du rufst und mich auch noch persönlich anstupst, dann muss ich ja schreiben. War auch gut, hier mal wieder aktiv zu sein. Eigentlich habe ich ja schon viel zu erzählen. Ich freu mich, wenn ich andere mitnehmen und inspirieren kann 🙂

      LG, Anna

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