Absprachen mit dem Kindsvater? Eine Sache für sich

Heute kam wieder eine von diesen Nachrichten vom Dings, auf die ich keine freundliche Antwort geben kann. Egal, ob es mir um das Kindeswohl geht und ich ja ach so sehr gute Miene zum bösen Spiel machen wollte – es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Nicht in meiner Welt und auch sonst nicht. Der Dings hat Junior mal wieder etwas versprochen, ohne mich vorher zu fragen. Ist ja immer schön, wenn alle Bescheid wissen und man selbst wird netterweise hinterher informiert. Was zur Hölle stimmt denn mit diesem Menschen nicht?!

Erst seit kurzer Zeit besucht Junior den Dings wieder relativ zuverlässig, nachdem er seit Beginn des Lockdowns gar nicht mehr dorthin wollte. Und anstatt jetzt langsam wieder eine Routine aufzubauen, entspannt zu schauen, wohin es geht… macht der Dings Versprechungen. In diesem Fall hat er ihm wohl ein Bild von Strandurlaub in den Kopf gesetzt: Man könne ja in den Ferien eine Woche oder länger wegfahren. Rat mal, wer nicht vorher gefragt wurde? Na klar, ich.

Änderungen besprechen: Bitte erst mit mir!

Ja, Junior ist ein selbstständig denkender Mensch. Ja, er soll Dinge, die ihn betreffen, selbst entscheiden können. Aber doch nur, wenn er auch wirklich entscheiden kann. Wenn er die Tragweite seiner Entscheidung wirklich überblicken kann. Also: Wenn er versteht, was das bedeutet.

Denn der lustige Strandurlaub bedeutet eben auch:

  1. Eine Woche, also 7 Tage ohne mich (das ist noch nie vorgekommen und Junior hat Angst davor).
  2. Eine neue Umgebung, auf die Junior meistens eher kritisch reagiert.
  3. Die Entfernung ist größer, als dass man mal eben anrufen sich wieder abholen lassen kann.
  4. Keine vertraute Person, die ihm die nötige Sicherheit für eine solche Unternehmung bietet.

Nur noch mal zur Erinnerung: Bis vor wenigen Tagen hat sich Junior nicht einmal getraut, überhaupt beim Dings zu sein – von Übernachtungen mal ganz abgesehen, Und jetzt reden sie über einen 7-tägigen Urlaub?!

Enttäuschte Erwartungen: Und ich muss es auffangen

Ich finde das nicht witzig. Zu oft ist das jetzt schon passiert, dass der Dings wichtige Dinge mit Junior bespricht und ich bin dann die Spielverderberin, die Nein sagt. Wenn Junior verlässlich und mit Freude mehrere Tage beim Dings übernachten würde, okay. Dann könnte man drüber reden. Aber so? Keine Chance.

Weil der Dings diesen Weg wählt, enttäusche ich Juniors überhöhte Erwartungen. Und ich bin am Ende der Arsch, der allen den Spaß verdirbt. Na danke auch.

Dabei wäre es doch so einfach: Er könnte seine irrwitzigen Pläne doch zuerst mit mir besprechen! Dann würde niemand enttäuscht, denn es würden alle Seiten gesehen, bevor Junior sich Hoffnungen auf etwas macht, das er halt so gar nicht überblicken kann.

Und falls jetzt wieder jemand ruft: „Da muss er dann halt durch!“ – Nein, muss er nicht. Solche Erfahrungen möchte ich nicht für meinen Sohn. Immer und immer wieder fühlt er sich unwohl, unsicher, hat Sorgen und Ängste. Da schicke ich ihn ganz sicher nicht in eine Situation, die eben nicht mehr durch einen Anruf und eine halbstündige Autofahrt aufzulösen ist.

Die Zicke, die zu allem Nein sagt

Meine Rolle ist also wieder einmal klar: Ich sage Nein zu dem tollen Urlaub. Natürlich, ich erkläre es Junior auch. Ich spreche mit ihm darüber, dass so ein Urlaub eine 7-tägige Trennung bedeutet. Sage ihm, dass in einer Ferienwohnung nur begrenzt Platz ist und es mit dem Schlafen vielleicht schwierig wird. Das kennt er – aber eben nur mit mir. Und Schlaf ist eben eins der großen Themen bei Junior.

Junior versteht, aber er ist trotzdem enttäuscht. Und eins versteht er nicht: Warum schlägt Papa das denn vor, wenn das doch nicht so einfach ist? Tja. Ich denke, das ist so, weil der Dings nur an sich und seine hübschen Urlaubsbilder denkt. Aber nicht an Junior.

Ich bin dann auch wieder die, die dem Dings den Vogel zeigt und ihm erklärt, warum das keine gute Idee war. Warum er nicht warten kann, bis wenigstens das Übernachten hier in Bielefeld einigermaßen klappt. Ohne Angst, ohne Stress, ohne Kämpfe.

Aber er versteht das wohl nicht. Kein Wunder: Die anstrengenden Stunden, wenn Junior nach einem Papa-Tag wieder zuhause ist, sieht er ja nicht. Auch nicht die Wutausbrüche und sein Weinen, wenn er mal wieder Angst hat. Und erst recht nicht die traurige Mine, wenn er sagt: „Ich glaube, Papa liebt seine Freundin mehr als mich.“

All das seh nur ich. Es macht mich traurig. Und müde. Und wirklich, wirklich sauer. So geht das einfach nicht. Echt nicht.

Deine, heute fassungslose
Anna

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